Taubeseitigung zum Schutz vor Rasenkrankheiten

Langanhaltende Feuchtigkeit auf der Blattoberfläche erhöht die Gefahr einer Infektion der Gräser durch typische Rasenkrankheiten. Das bedingt der Umstand, dass zur Keimung von Pilzsporen und für die anschließende Entwicklung des infektiösen Schadpilzes eine hinreichende Feuchtigkeit notwendig ist. Betrachtet man hier einmal die Erreger, die quasi über die Luft auf das Blatt der Gräser gelangen, so deckt sich das für eine erfolgreiche Infektion notwendige Feuchtigkeitsoptimum mit dem Feuchtigkeitsmaximum. Mit anderen Worten, diesen Schadpilzen kann es nie zu feucht sein und ihre Infektion gelingt quasi immer optimal, wenn ein Wassertropfen vorhanden ist. Damit fördert tropfbar flüssiges Wasser durch Regen, Nebelereignisse und Tau die Infektion der Gräser mit typischen Rasenkrankheiten.

Tauentwicklung

Vor allem dem Tau kommt im Hinblick auf die Krankheitsentwicklung (Epidemiologie) eine größere Bedeutung zu als gelegentlich vermutet. Die Temperatur der Blätter der Gräser nimmt infolge der Transpiration und dem damit einhergehenden Entzug von Verdunstungswärme um einige Zehntelgrade ab. Wenn dann nach Sonnenuntergang die direkte Wärmeeinstrahlung fehlt und die Lufttemperatur bei klarem Nachthimmel sinkt, so wird an der Blattoberfläche der Sättigungspunkt unterschritten, und es kommt bei Windstille zur Kondensation von Wasserdampf auf der Blattoberfläche.

Da in Mitteleuropa während der Vegetationszeit rund die Hälfte der Nächte sogenannte Taunächte sind, so bildet der Tau in unserem Klima wohl die häufigste Feuchtigkeitsquelle für die Infektion der Gräser durch typische Rasenpilze.

Gewiss halten die Tautropfen im günstigsten Fall nur 5-8 Stunden vor. Allerdings reicht diese kurze Taudauer bei den meisten pflanzlichen Infektionskrankheiten schon aus, um einen neuen Krankheitsschub zu setzen.

Vermeidung/Beseitigung von Tau

Während der wärmeren Jahreszeit dauern Tauereignisse aufgrund des hohen Sonnenstandes nicht so lange an. Hier ist ein probates Mittel zur Taubeseitigung z.B. der Einsatz eines Taubesens in den frühen Morgenstunden. Natürlich erzielt man auch mit Taupeitschen oder Seilen oder dem Mähen der Spielflächen einen guten Effekt.

Neben der mechanischen Entfernung des Taus von den Gräsern besteht die Möglichkeit des Einsatzes sogenannter Anti-Taumittel. Gerade bei langanhaltenden Tauereignissen die schon in den frühen Abendstunden beginnen und evtl. erst am nächsten Morgen gegen 10 Uhr enden, ist der Einsatz solcher Produkte zur effektiven Verringerung des Krankheitsdruckes ein probates Mittel.

Die enthaltenen speziellen Inhaltsstoffe wie Öle und Netzmittel unterdrücken für eine gewisse Zeit die Tau- und Guttationstropfenbildung und tragen auch nach Niederschlägen zu einem schnellen Abtrocknen der Blattoberfläche bei. Auch die Raureifbildung an den Blättern wird deutlich reduziert. Unter anderem verursachen diese Produkte bei starkem Frost eine stärkere Eiskristallbildung an den Blättern als am Boden. Dadurch kommt es in der Folge aber auch zu einem schnelleren Abtauen der Eiskristalle.

Der Einsatz dieser Produkte empfiehlt sich je nach Lage und Witterung im Zeitraum von September bis März. Die Wirkdauer beträgt je nach Schnittfrequenz 1-2 Wochen.

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