Rasenkrankheiten Rosa- und Grauer Schneeschimmel

Und täglich grüßt das Murmeltier! Es ist wieder Winter und einige von Ihnen sind bereits in den Genuss der weißen Pracht gekommen. Und mit dem Winter steigt die Gefahr einer Pilzinfektion. Aber unabhängig davon brauchen die hier beschriebenen Rasenpilze nicht unbedingt Schnee, um die Gräser erfolgreich zu infizieren. Sowohl beim Rosa Schneeschimmel (Gerlachia nivalis) als auch bei der sogenannten Typhula Fäule (Grauer Schneeschimmel) reichen Temperaturen von ca. 0-8°C sowie nasskalte Witterung und morgendliche Tauereignisse vollkommen aus, um die Pflanzen zu infizieren. Gerade in der kalten Jahreszeit ist eine solche Pilzinfektion der Gräser ärgerlich, da eine Regeneration der befallenen Bereiche erst bei ausreichendem Wachstum im Frühjahr erfolgen kann.

Nachfolgend werden beide Rasenpilze und deren Eigenheiten sowie mögliche Maßnahmen zur Verringerung der Infektionsgefahr beschrieben:

Schadbild Grauer Schneeschimmel – Typhula incarnata

Bei einem bestehenden Befall erkennt man strohartige oder bräunliche kreisförmige oder flächige Bereiche in der Grasnarbe. Mit etwas Glück sieht man auf den Gräsern auch noch ein weißgräuliches Pilzmyzel. In vielen Fällen sind die Gräser nach dem Schmelzen des Schnees aber bereits vertrocknet und zeigen ein strohfarbenes und/oder silbrig weißes papierartiges Aussehen.

Ein gutes Unterscheidungskriterium zum Rosa Schneeschimmel sind die bei fortgeschrittenem Befall vorhandenen sogenannten Sclerotien. Hierbei handelt es sich um ca. 0,2-0,5 mm große Überdauerungsstadien des Pilzes, die eine orangebraune bis rosa Färbung zeigen. Anhand dieser Sclerotien kann man beide Schadpilze ganz gut voneinander unterscheiden. Die Sclerotien fallen nach ihrer Ausreifung zwischen die Gräser. Und diese Überdauerungsstadien sind letztlich auch die Ursache dafür, dass die Krankheit in den Folgejahren am gleichen Standort auftreten kann.

Schadbild Rosa Schneeschimmel – Gerlachia nivalis

Zu Beginn der Infektion zeigen sich zunächst kleine braune bis graue, schmierig nasse rundliche Flecken mit einem Durchmesser von 5-10 cm. Der äußere Rand dieser Befallsbereiche ist dunkelbraun verfärbt. Unter günstigen Bedingungen kann man am Morgen im Außenbereich der Befallsstellen ein weißliches, watteartiges Myzel (fadenförmige Zellen des Pilzes) sehen. Im günstigsten Fall schimmern die befallenen Bereiche Rosa. Im Verlauf der Krankheit können die Befallsbereiche eine Größe von 20-30 cm erreichen. Schließlich kann durch die Vereinigung dieser Flächen ein unregelmäßiges Erscheinungsbild entstehen, in dem die zu Infektionsbeginn noch rundlichen Strukturen optisch weniger offensichtlich sind. Zu dieser Zeit besteht dann auch die optische Verwechselungsgefahr mit dem Grauen Schneeschimmel. Auch dieser Pilz besitzt die Fähigkeit zur Überdauerung der für Ihn ungünstigen Witterungsbedingungen, und zwar in infizierten oder abgestorbenen Pflanzenresten.

Die Verbreitung beider Pilze im Bestand erfolgt über den Wind oder das Wasser (Sporenflug, Wasserspritzer). Weiterhin können die Infektiösen Pilzsporen oder infizierte Gräser auch durch Maschinen oder das Schuhwerk der Sportler verbracht werden.

Befallsfördernde Faktoren für beide Pilzerkrankungen

Schneeschimmel

Typische Befallsymptome Gerlachia nirvalis

  • Temperaturen von 0-8 °C bei nasskalter feuchter Witterung
  • lang anhaltend feuchte Gräser
  • bestehende Schneedecke bei einsetzendem Tauwetter
  • Komprimierung der bestehenden Schneedecke
  • übermäßiger Rasenfilz
  • unausgeglichene Nährstoffversorgung
  • hohe Stickstoffgaben im Herbst

Maßnahmen zur Verringerung der Infektionsgefahr:

  • achten Sie auf eine kalibetonte Herbstdüngung
  • moderates Anheben der Gräser Schnittlänge zum Winter
  • Vermeidung der Bildung von starkem Rasenfilz
  • vermeiden Sie das Betreten bestehender Schneedecken
  • Verhindern Sie auch das betreten gefrorener Gräser
  • räumen Sie den Schnee je nach Region vorzeitig im Februar ab
  • ermöglichen Sie damit ein schnelles Abtrocknen der Grasnarbe im Frühjahr
  • Anwendung von Anti-Taumitteln in der kühlen Jahreszeit

Der Einsatz von Rasenfungiziden ist möglich. Beachten Sie bei der Anwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln aber in jedem Fall die Vorgaben des aktuellen Pflanzenschutzgesetzes.

Sollte im Hinblick auf die eindeutige Erkennung des Pilzes Unsicherheiten bestehen, dann wenden Sie sich an Fachberater oder Fachlabore hinsichtlich einer genauen Krankheitsidentifikation. Bei Fragen stehen wir gerne unter der Telefonnummer: +49(0)731 71887799, oder Email: info@rasenwelt-magazin.de zur Verfügung.

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