Mein rasenwelt Tagebuch: FC Thalhofen e.V.

Mein rasenwelt Tagebuch: FC Thalhofen e.V.

Der momentane Zustand des Trainingsplatz vom FC Thalhofen

Wie ein kleiner Verein aus dem Amateur Fußball sich mit einfachen finanziellen Mitteln top Spiel- und Trainingsbedingungen erarbeiten kann!

Wir, das rasenwelt Team, haben uns zur Aufgabe gesetzt, das Thema Rasenpflege im Amateur Fußball aufzuarbeiten und wollen euch zeigen wie mit einfachen Mitteln, aber konsequentem Konzept, die Rasenflächen auch bei einem Amateur Verein um die Ecke in sehr guten Zustand gebracht und gepflegt werden können.

Partnerverein für dieses Projekt ist der FC Thalhofen e.V. aus dem Allgäu. Im engen Austausch mit dem 1. Vorstand Rajko Lätzig und Platzwart Klaus Berndt werden die Spezialisten des rasenwelt Teams ein Pflegekonzept entwickeln, dass die Trainings- und Spielflächen nachhaltig verbessert und den finanziellen Mitteln im Amateursport gerecht wird.

Schon in den Jahren 1927 – 1933 wurde in Thalhofen der Fußballsport betrieben. Seit über 80 Jahren wird nun in Thalhofen Fußball gespielt und hat sogar Spieler wie Kevin Volland (Bayer 04 Leverkusen) hervor gebracht. Nicht nur als DFB Stützpunkt sondern auch generell sieht daher der Verein seine Kernaufgabe in der Jugendarbeit.

Für unsere gemeinsame Mission wollen wir in der ersten Ausgabe im Gespräch mit Rajko Lätzig einen Status Quo des Vereins abbilden, um dann die weiteren Handlungsschritte aufzeigen zu können.

rasenwelt: Hallo Rajko, wie groß ist euer Gelände und welche Plätze gibt es?

Rajko: Aktuell verfügen wir über jeweils einen Großfeld- und einen Kleinfeld-Rasen-Trainingsplatz, sowie einen Rasen-Haupt-Spielplatz. Insgesamt haben die Trainings- und Spielflächen eine Größe von ca. 17.500qm. Dazu kommen noch ca. 2.000qm Rasen-Nebenflächen, die ebenfalls für das Training oder zum Aufwärmen genutzt werden.

rasenwelt: Welche Bauweise haben die Plätze und wann wurden diese erstellt?

Rajko: Unser Hauptlatz ist das älteste Spielfeld auf dem Gelände und wurde ungefähr 1980 erstellt. Allerdings können wir hier nicht von erbaut sprechen. Der Platz hat einen natürlichen Aufbau und wurde, wie viele Sportplätze in der Region, aus einer ursprünglichen Wiese „herausgemäht“. Somit verfügt der Platz weder über ein ordentliches Drainagesystem, noch über eine eingebaute Beregnung. Das gleiche betrifft auch unser Kleinfeld. Der große Trainingsplatz wurde nicht wesentlich später im Jahre 1982 gebaut und entspricht den DIN 18035-4 Vorschriften. Aber auch hier verfügen wir nicht über eine integrierte Beregnung, sondern bewässern über mobile Geräte.

rasenwelt: Wie viele Mannschaften spielen auf den Plätzen bzw. wie viele Wochen Nutzungsstunden hat jeder Platz?

Rajko: Der Großfeld Trainingsplatz wird natürlich am meisten bespielt. Da dieser auch von der angrenzenden Schule genutzt wird, kann ich die Zeiten nicht genau einschätzen. Von Seiten des FC Thalhofen haben wir in der kommenden Saison im Juniorenbereich eine A-Jugend-, eine B-Jugend-, zwei C-Jugend-, zwei D-Jugend-, drei E-Jugend-, zwei F-Jugend- und zwei G-Jugend-Mannschaften.

Dazu kommt noch unser Fußballkindergarten mit insgesamt 175 Kindern und Jugendlichen im Spiel- und Trainingsbetrieb. Außerdem wird der Platz noch im Rahmen der Trainingseinheiten des DFB-Stützpunktes beansprucht. Des Weiteren spielen und trainieren natürlich noch unsere AH und unsere zwei Herrenmannschaften auf den Plätzen. Unsere beiden Trainingsplätze werden täglich von 17:00 – 21:00 Uhr genutzt. Der Hauptplatz je nach Spielbetrieb nur am Wochenende.

rasenwelt: Welche Liga spielt eure erste Mannschaft?

Rajko: Die 1. Mannschaft spielt in der Kreisliga Allgäu Süd und die 2. Mannschaft in der B-Klasse Allgäu.

rasenwelt: Wie viel Mann Wochenstunden werden pro Jahr in die Plätze investiert? Sind diese ehrenamtlich?

Rajko: Unser Platzwart Klaus Berndt betreut die Plätze bereits seit drei Jahren und bekommt dafür eine Aufwandsentschädigung. Seine Arbeitszeit beläuft sich auf ca. 30 Stunden/Woche. Dazu kommt noch der Streudienst mit ca. 2-5 Stunden pro Woche. Pflegemaßnahmen an externe Dienstleister vergeben wir nicht.

rasenwelt: Kannst du uns einen Überblick darüber geben, welche Maßnahmen ihr in der Pflege durchführt?

Rajko: Je nach Jahreszeit mähen wir ca. 2 Mal in der Woche. Zudem aerifizieren wir ca. alle 4 Wochen und striegeln ca. alle 5 Wochen. Vertikutiert haben wir bisher noch gar nicht. Die Düngung erfolgt in der Regel einmal im Frühjahr und einmal im Herbst. Vor ca. 6-7 Jahren haben wir das letzte Mal besandet. Bis auf das Besanden machen wir alle Maßnahmen selbst.

rasenwelt: Welchen Maschinenpark habt ihr dafür aktuell zur Verfügung?

Rajko: Vor kurzem haben wir unseren Maschinenpark etwas erneuert. Damals wurde von der Firma Husqvarna ein Set zusammengestellt mit dem wir sehr gut arbeiten können. Dazu gehören ein Rasentraktor TS 243, die dazugehörige Anbauplattform inklusive eines Aerifizierers, Vertikutierers und Rasenbelüfters. Des Weiteren verfügen wir über eine Husqvarna Rasenkehrmaschine, einen Anhänger, Streuwagen und eine Rasenwalze. Nicht zu vergessen ist natürlich der John Deere 2653B Spindelmäher.

rasenwelt: Wie viel Geld wird pro Jahr in die Platzpflege investiert?

Rajko: Grob gesagt haben wir im Jahr 2014 ca. 4.800,- Euro ausgegeben und für 2015 ca. 7.900,- Euro. Darin enthalten sind der Rasenmäher und dessen Reparaturen, der Rasendünger, Linienfarbe und die Tätigkeit des Platzwarts. Größere Renovationsmaßnahmen oder Investitionen sind nicht enthalten.

rasenwelt: Rajko vielen herzlichen Dank. Mit den Informationen zu euren Rasenplätzen können wir arbeiten. Jetzt liegt es an uns, zu zeigen was in der Rasenpflege auch im Amateur Fußball alles möglich ist.

Rajko: Ich bedanke mich auch und freu mich drauf!

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