EM 2016 – Hier spielen die Deutschen im Achtelfinale

„Stade Pierre-Mauroy“ in Lille: Ein Alleskönner für Sport und Spektakel

Insgesamt sechs Spiele werden im Zuge der Euro 2016 in Lille ausgetragen – vier Partien in der Gruppenphase sowie Achtel- und ein Viertelfinale. Ganz gleich, was dabei auf dem Rasen geboten wird: Das Stadion selbst gehört wohl zu den spannendsten Arenen, die die Europameisterschaft in Frankreich zu bieten hat.

Das 2012 eröffnete Stadion ist etwa sechs Kilometer südöstlich vom Stadtkern gelegen. Die 282 Millionen Euro teure Arena bietet nicht nur Platz für Sport, sondern auch für anderes Spektakel: bei Fußball- oder Rugbyspielen finden hier 50.000 Menschen Platz, bei Konzerten können 56.000 Musikliebhaber mitgrölen. Doch das ist noch nicht alles. Die Arena verfügt, ähnlich wie die auf Schalke, über ein Schiebedach, das innerhalb von 30 Minuten geöffnet oder geschlossen werden kann. Zudem lässt sich die eine Hälfte des Spielfelds anheben, wenn nicht gekickt werden soll, sondern hier kulturelle Veranstaltungen stattfinden oder andere Sportarten ausgetragen werden.

So fanden 2015 auch Spiele der Basketball-EM in Lille statt – und das mit einer Rekordzahl: 26.135 Zuschauern verfolgten das Achtelfinale zwischen Gastgeber Frankreich und der Türkei live im „Stade Pierre-Mauroy“, das in diesem Falle eine überdachte Halle war. Damit ist die Partie das bestbesuchte Spiel der europäischen Basketball-Geschichte.

Und auch im Tennis hat Lille dank seiner hochmodernen Multifunktionsarena einen Platz in den Geschichtsbüchern sicher: Das Davis-Cup-Finale zwischen Frankreich und der Schweiz hat ebenfalls für einen Rekord gesorgt. Zum Davis-Cup-Finale zwischen Frankreich und der Schweiz 2014 kamen mehr als 27.400 Zuschauer in die Arena vor den Toren Lilles.

Am 12. Juni dürfen die deutschen Fans Bekanntschaft mit dem hybriden Schmuckkästchen machen. Dann trifft die DFB-Elf in ihrem ersten Gruppenspiel in Lille auf die Ukraine. Auch für Anhänger mit Behinderung ist das Stadion bestens geeignet: 500 Personen mit eingeschränkter Mobilität finden hier Platz. Dank der 36 Fahrstühle können auch Menschen mit Gehbehinderung die einzelnen Tribünen erreichen. Alle Eingänge sind zudem extra an die Breite eines Rollstuhls angepasst und auch barrierefreie Waschräume sind vorhanden.

Beim Bau der Heimstätte des OSC Lille haben sie also wirklich an so ziemlich alles gedacht, das den Stadionbesuch – unabhängig vom Ereignis – zu einem Erlebnis werden lässt. Ein Prototyp einer zeitgemäßen Arena, an der sich künftig sicher noch einige Architekten und Stadienplaner orientieren werden. Gespielt wird auf einem herkömmlichen Platz mit einer Grasnarbe aus 100% Naturrasen.

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